Sonntag, 13. Juli 2014

Polnische Hochzeit und andere Kuriositäten. Teil 3: Die Hochzeitsfeier


Nun ist das polnische Hochzeitspaar kirchlich getraut und kommt aus der Kirche. Auf dem Kirchplatz nimmt es die Glückwünsche und Geschenke der Gäste entgegen; oft nur von denen, die zur Hochzeitsfeier nicht eingeladen sind.

Quelle: wesele-karoliny-i-michala.pl

Danach kann man zum Hochzeitslokal fahren, natürlich mit einem Hupkonzert.

Eine Tradition, die aus organisatorischen Gründen eher auf dem Lande zu beobachten ist, sind die Hochzeitstore (brama weselna). Es sind kleinere oder größere Hindernisse, die auf dem Weg zum Gasthaus stehen. Die Formen können unterschiedlich sein: von einem einfachen Seil bis zu einer Barrikade mit verkleideten Menschen.

Die Idee ist ganz einfach: das Brautpaar muss aussteigen und ihnen eine Flasche Wodka schenken (im härtesten Fall auch trinken). Die Sperren werden von Bekannten, Kollegen und Nachbarn errichtet, aber auch von örtlichen Pennern, die bestens informiert sind, wann und wo die nächste Hochzeit stattfindet - und oft schon vor der Kirche lauern. Dies können aber auch Kinder sein; ihnen gibt man Kleingeld oder Schokolade.

 Quelle: s.o.

 Quelle: najlepszewesele.pl

 Quelle: porady-slubne.blogspot.pl


Ein paar Worte muss ich dem Ort der Feier widmen. Da es in Polen sehr viele Hochzeiten gibt, schossen vor einiger Zeit spezielle Hochzeitshäuser (dom weselny) wie Pilze aus dem Boden.

Die Architektur der vielen Neubauten orientiert sich am idealen Muster des polnischen Gutshofes (dworek).




 Quellen: domweselnykarolina.pl, lokaleweselne.pl


Die Inspirationen verschiedenster Paläste sind auch zu beobachten, unglücklicherweise wirken sie oft sehr kitschig (gipserne Venus- und Löwen-Figuren, Türmchen etc.).

Ein Spielplatz in der Nähe, ein Garten mit einem Teich oder eine Gartenlaube sind obligatorisch. Meistens gehören auch noch Fremdenzimmer dazu.

Manche Hochzeitshäuser werden während der Woche nicht betrieben.





 Quellen: wikimapia.org, tele-adres.pl, dworek-slaski.pl, sale-weselne.pl, dolny-slask.org.pl


Erfreulicherweise werden für die Hochzeitszwecke auch alte, früher verfallene Schlösser und Paläste ausgebaut.




 Renovierte Paläste in Niewodniki (oben) und Izbicko (unten).

Quellen: foto.noclegi.pl, urloplandia.pl, alternative4p5.blox.pl, centrumszkolen.com


Außerdem gibt es auch eine Riesenauswahl an Restaurants, Hotels und Gasthäusern, unterschiedlicher Standards.

In manchen Regionen ist es noch üblich, in einem Gemeindesaal, einer Turnhalle oder einem Raum im Feuerwehrhaus (remiza) zu feiern.




 Quellen: weselanowysacz.pl, ospropczyce.fdf.pl, gdziewesele.pl, extrawesela.com



Das Brautpaar wird vor dem Eingang entweder vom Kellner oder von einer der Mütter mit Salz, Brot und Wodka begrüßt.

Die Gegenstände haben eine symbolische Bedeutung. Dabei sagen sie einen Spruch: Wir begrüßen Euch mit Brot und Salz, mögen sie Euch nie fehlen! 

Nun müssen die Begrüßten ein Stück Brot mit Salz essen und ein Gläschen Wodka trinken

Es muss aber kein Alkohol sein; klares Wasser spielt die Rolle des Wodkas ebenfalls gut. Was man trinken will, muss aber vorab geklärt werden.

Oft werden zwei Gläser gereicht - eins mit Wodka, eins mit Wasser. Derjenige, der den Wodka erwischt, wird in der Beziehung das Sagen haben.




 Quellen: dworpomorski.pl, garnek.pl, slubnasala.wordpress.com, yourphoto.pl, opolanka.pl


Gleich danach folgt ein Gläserwurf nach hinten und die Türschwelle des Hochzeitslokals darf betreten werden.

Die Braut kann vom Bräutigam auch getragen werden.


Quellen: s.o. und Polschland

Einen Sektempfang im Freien, der sich manchmal ewig zieht, kennen Polen nicht. Die Begrüßung der Gäste, der Toast, die Hochzeitswünsche und Überreichung der Geschenke findet im Saal statt, wenn dies noch nicht vor der Kirche erledigt wurde.

Jetzt hört man auch zum ersten und bestimmt nicht zum letzten Mal das Sto lat-Lied, das den besungenen Personen beste Wünsche ausdrücken soll, sowie die Gorzko-Rufe (gorzko = bitter), die das Paar zum Küssen aufrufen, um die Stimmung zu „versüßen“. Dazu kommt noch Mało, mało (Zu wenig) und Jeszcze, jeszcze (Noch mal, noch mal).


 Quellen: s.o. und Polschland


Wenn es um das Einpacken der Geschenke geht, machen sich Polen weniger Mühe als die Deutschen - ein Kuvert mit einer Hochzeitskarte und Geld genügt.

Es gibt auch keinen Brauch, die Geschenke auf einem extra Tisch zu präsentieren, geschweige denn, die Geldscheine sichtbar werden zu lassen. Die Kuverts werden in einer speziellen Box gesammelt.



 Quelle: pomponik.pl


Jetzt kommen wir zu einem wichtigen Thema, das für viel Kontroverse sorgt und zu einem der markantesten Unterschiede zwischen den beiden Kulturen wird: zum Essen.

Alle Deutschen, die ich kenne, die bisher keine polnische Hochzeit erlebt hatten und damit konfrontiert wurden, waren erstaunt oder gar geschockt. Und sie haben guten Grund dazu. 

Ein elegant serviertes und portioniertes Vier-Gänge-Menü, kleine Gourmet-Häppchen sowie elegante, sündhaft teuere Sternkoch-Kreationen sind hier absolut fehl am Platz. Eine solche Schickimicki-Hochzeit meiner Cousine, die in Deutschland gefeiert hatte, wurde zum Spott und wird noch Jahre danach heftig kommentiert.

Wichtig ist dagegen, dass es von allem viel ist, dass es gut schmeckt (sprich: wie hausgemacht) und dass ständig Essen auf dem Tisch steht. Eine wahre Schande wäre es, wenn ein Gericht ausginge. Das Vorbereitete wird dabei am Tag der Hochzeit serviert, einen Tag danach (bei der sog. Nachfeier) und anschließend den Gästen nach Hause mitgegeben.

Es gibt kein Buffet (wenn schon, dann sehr selten) und keine für jeden Gast vorbereiteten Tellerportionen. Diese Art gilt allgemein als Zeichen des Geizes.

Jeder darf sich selber so viel nehmen, wie er möchte und wann er Lust hat. In vielen Gaststätten werden die Schüsseln und Platten von der Bedienung zum Tisch gebracht und bleiben dort für längere Zeit oder sogar die ganze Hochzeitfeier über stehen.




 Quellen: astrojawil.pl, Polschland


Es gesellen sich daher Heringe, Eier mit Mayo, Kuchen und verschiedene Getränke nebeneinander, was für pure Ästheten bestimmt kein Augenschmaus ist (ich zähle auch dazu) - es scheint allgemein aber kein großes Problem zu sein.

Es sind fast immer die gleichen Gerichte, die zu einer polnischen Hochzeit gehören, getreu dem Motto: Das kennt, mag und isst jeder.

Es gibt ein Mittagessen, Kaffee und Kuchen, Obst, drei warme Abendessen, davon das letzte um Mitternacht, dazu eine Kalte Platte und evtl. eine sog. Regionale Ecke (kącik regionalny) mit Brot, Schmalz, Sauergurken, Wurst etc.



 Fot. Polschland


Hier ein Beispiel von meiner eigenen Hochzeit, die in Oberschlesien gefeiert wurde.

Das Mittagessen beginnt man mit einer Nudelsuppe. Als zweiter Gang kommen Schweineroulade, Schweinekotelett, Hähnchenbrust de Volaille, Schlesische Kartoffelklöße und Kartoffeln, dazu Braten- und Champignonsauce, Blaukraut, Erbsen und Möhren, Weißkohlsalat. Zum Nachtisch werden zum Kaffee und Tee verschiedene Kuchensorten serviert, die aus der Konditorei stammen. Oft gibt es auch Eis, darauf freuen sich alle Kinder. Obst ist auch ein Muss.

 Fot. Tomasz Doszak


Wenn es um die Hochzeitstorte geht, wird sie entweder nach dem Mittagessen angeschnitten oder um Mitternacht.

Nach dem Süßen kommt die Kalte Platte mit allerlei Fleisch, Fisch und Käse, z. B. Schinken, Hähnchenfilet, Krakauer, Zigeunerschinken, Cabanossi, Schweinerücken mit Pflaumen gefüllt, Hähnchen in Aspik, Eier in Tatarensauce, Hering in Öl mit Zwiebeln.

Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten, es gibt z. B. Griechischen Salat, Gemüsesalat, dazu Brot und Butter.

Es ist noch lange nicht Schluss. Danach, nach einer gewissen Pause, kommen drei Abendessen: Kutteln und Gulasch, Hähnchensticks, Schaschlik, Pommes, Country Potatoes mit Chinakohlsalat und die beliebte klare Rote-Bete-Suppe (barszcz) mit Kroketten mit Kraut und Pilzfüllung oder gefüllt mit Fleisch (eine Art deftiger panierten Pfannkuchen).



 Die Polen sparen das Geld wie Bauern und geben es wie Herren aus. Der Titel des Zeitungsartikels ist im Fall einer polnischen Hochzeit sehr zutreffend.

Quelle: Internet


Jetzt stellt sich die Frage: wozu braucht man so viele Gerichte, wenn man sowieso nicht imstande ist, alles aufzuessen?

Die Antwort ist klar: so will es die Tradition.

Muss man der Tradition treu sein? Die Meisten sind es.

Zu einem Fest gehörte eine üppige Mahlzeit immer dazu und eine Hochzeit war seit eh und je eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Menschen, dessen Familie und der ganzen Gemeinde.

Abgesehen davon, dass alle Gäste gesättigt werden mussten (was sie ja erwartet haben, schließlich hatten sie auch was mitgebracht), war eine Hochzeit Äußerung des Wohlstandes der Familie. Der wird immer noch durch die Menge und weniger durch die Qualität oder, besser gesagt, die Einzigartigkeit, ausgedrückt.

Nicht vergessen darf man auch den praktischen Aspekt. Eine durchschnittliche polnische Hochzeitfeier dauert ca. zwölf Stunden und eine Mahlzeit wäre in dem Fall definitiv zu wenig

 Eine alkoholfreie Hochzeitsfeier, oder wie man sparen kann und die Hälfte der Gäste mit Anstand loswird. ;)

Quelle: s.o.


Anders als es klischeehaft vorgestellt wird, ist das Alkoholtrinken kein Zwang. Die meisten Gäste trinken ihn jedoch gerne. Bier und Wein erfreuen sich nicht so großer Beliebtheit wie der traditionelle Trunk: Wodka.

In vielen Lokalen darf man den Alkohol selber besorgen, die Auswahl einer guten Wodkasorte ist deswegen extrem wichtig. Die Flaschen werden auch verziert, entweder mit einem Aufkleber oder mit einem Schildchen mit Namen des Brautpaares und einem Spruch.


 Quellen: najlepsiejszy.net, wydaczeni.blogspot.com


Das Ausschenken des Alkohols ist traditionell eine Aufgabe des Trauzeugen und der Väter des Ehepaares, aber eigentlich findet sich an jedem Tisch ein männlicher Gast, der die Aufgabe gerne übernimmt.
 
Ich bin fest davon überzeugt, dass die deutschen Gäste, die mit Polen in Wettbewerb treten wollen, sich ein paar Tipps, wie man richtig Wodka trinken soll, zu Herzen nehmen sollten. 

Zu dieser Schlussfolgerung bin ich schon vor ein paar Jahren nach einer deutsch-polnischen Hochzeit gekommen. Während der polnische Teil der Hochzeitsgesellschaft fröhlich trank und in bester Verfassung bis zum Ende der Party feierte (ca. 5.00 Uhr morgens), verschwand die überwiegende Mehrheit der Deutschen schon gegen Mitternacht in ihre Zimmer, bzw. musste dorthin abgeschleppt werden.

Am nächsten Morgen führten die Polen fit und bestens gelaunt den Spaß fort (darunter auch Senioren), während die deutschen Freunde des Paares aus gesundheitlichen Gründen auf Frühstück und Mittagessen verzichten mussten und mit miesen Mienen, in Sonnenbrille den Rest der Nachfeier verbrachten. Ich kann wetten, dass sie davon noch bis zum heutigen Tag schlecht träumen und unglaubliche Geschichten über die Alkoholresistenz der östlichen Nachbarn erzählen. Dabei hätten sie sich nur an ein paar Grundregeln halten sollen!

Als erstes, sollte man keinen Wodka auf leeren Magen trinken. Dafür sind die deftigen Speisen und die Kalte Platte, die immer parat steht, ja gedacht.

Zweitens, man sollte ausreichend Flüssigkeit im Form von Saft, Mineralwasser oder anderer Getränke zu sich nehmen.

Und drittens, man soll nie zu viel auf einmal trinken, was bedeutet, dass man Pausen zwischen den Trinkrunden einlegen soll! 

Die meisten Trinkopfer machen immer den gleichen Fehler: sie spüren die Kraft des Alkohols (anfangs) nicht, deswegen fordern sie noch mehr davon, bis es auf einmal doch zu viel ist. 

Bewegung hilft auch, es empfiehlt sich deshalb, viel zu tanzen oder mindestens spazieren zu gehen.

Quelle: dobrafotografiaslubna.pl

Ein allgemein in Polen existierendes Klischee ist, dass die deutschen Hochzeiten steif und wenig amüsant sind.

Um das zu verstehen, muss klar gesagt werden, dass in Polen die Qualität der Hochzeitsfeier anhand der Menge des Essens, des Alkohols (Wein, Bier und Likör zählen allerdings nicht dazu) und der Personen auf der Tanzfläche zu messen ist. Dazu kommt noch die Dauer der Feier, die in Polen normalerweise ca. 12 Stunden beträgt.

Dies zu übertrumpfen ist also kaum möglich.



 Fot. Marcin Małachowski, www.mmfotograf.de


Polen tanzen viel, gekonnt und gerne, auch wenn sie keinen Tanzkurs absolvierten. Meistens sind es Paartänze. Das A und O sind Discofox, Foxtrott und Wiener Walzer. Ab und zu kann man das Tanzbein auch zu den Rhythmen von Polka, Cha-Cha-Cha und langsamem Walzer schwingen.

Der erste Tanz gehört freilich dem Brautpaar, das sich fast immer einen Walzer spielen lässt. 

Selten tanzen alle Versammelten Polonaise, die aber mit dem Lied von Gottlieb Wendehals nichts gemeinsam hat. Seine Version entspricht exakt dem, was man in Polen als Jedzie pociąg z daleka (Der Zug fährt von Weitem) kennt.


 Fot. Polschland


Auch im Kreis tanzt man gerne. Keine polnische Hochzeit kommt ohne Cancan und Zorba-Tanz (aus dem gleichnamigen Musical) aus.

Wenn es um die Hochzeitsband geht, sind große Musikgruppen mit voller Ausstattung und mehr als vier Musikern eher eine Seltenheit.

Das Repertoire ist auf jeden Fall nicht so rockig wie bei deutschen Gruppen und umfasst in erster Linie Schlager aus den 60ern, 70ern und 80ern, polnische Volkslieder, englischsprachige Oldies und aktuelle Chart-Hits. Es soll schließlich richtig getanzt werden, nicht gestanden oder geschwungen. Dazu eignen sich übrigens Disco-Polo-Lieder am besten, die überwiegend aus den 90ern stammen und eigentlich kein hohes Niveau repräsentieren. 

Die Band leistet während des Tages sehr harte Arbeit. Sie spielt vom Anfang bis zum Ende und macht zwischendurch nur kurze Pausen. Sie allein ist auch für die gute Stimmung zuständig und unterhält die Gäste mit verschiedenen Spielen und Wettbewerben. Die Rollen sind dabei klar verteilt: die Gäste erwarten, amüsiert zu werden und gestalten die Hochzeitsfeier nur selten mit, anders als man dies aus Deutschland kennt. Was ich übrigens schade finde!

 Quelle: lajoszband.pl


Noch zu früherer Stunde kündigt die Band eine Runde für Kinder (ihre Eltern, Großeltern und das Brautpaar macht aber auch mit) an, mit Kinderliedern und einer Art Talentwettbewerb, bei dem sie ein Lied singen oder ein Gedicht vortragen. Als Lob und Dank erhalten sie eine Schokolade.

 Fot. Tomasz Doszak


Auch die Eltern der Frischvermählten werden an dem Tag geehrt. Es ist üblich, dass sie mit ihren Kindern tanzen und von ihnen ein Geschenk oder einen Blumenstrauß als Dankeschön für all die Jahre der Erziehung bekommen. Gespielt wird dabei ein Lied mit dem Titel Wspaniałych rodziców mam (Ich habe wunderbare Eltern), das berührend und kitschig zugleich ist.


Quellen: fotoafetto.pl, photo24.pl

Den Höhepunkt der Hochzeitsfeier bilden zweifellos oczepiny, ein alter Hochzeitsbrauch, der um Mitternacht praktiziert wird.

Früher wurden der Braut die Zöpfe abgeschnitten und der Blumenkranz, ein Symbol der Jungfräulichkeit, durch eine Haube ersetzt. Somit wurde sie symbolisch von den älteren Frauen in die Gruppe der Verheirateten aufgenommen und bekam einen neuen Gesellschaftsstatus. 

Die heutige Form von oczepiny sieht selbstverständlich anders aus und hat eher einen spaßigen Faktor als einen symbolischen Sinn. Der Braut wird ihr Schleier (evtl. ihr Blumenstrauß) abgenommen (entweder von der Brautjungfer oder vom Bräutigam) und dann von der Braut nach hinten, in eine Gruppe unverheirateter Damen geworfen. Welche ihn fängt, wird als nächste heiraten und muss den Schleier während der kommenden Tanzrunde tragen. Dem Bräutigam versucht man das Schleier-Abnehmen nicht zu ermöglichen.

Ähnlich ist es bei ihm, geworfen wird allerdings mit der Krawatte. Der Fänger seiner Krawatte muss mit der Braut in spe tanzen.

 Fot. Polschland


 Oczepiny - die Wahrheit



 Quellen: przewodnikmp.pl, planowaniewesela.pl, agapeart.blogspot.com, demotywatory.pl, beauty-wedding.pl



Rund um oczepiny finden noch andere, durch die Band durchgeführte Spiele statt, die sich nur ans Paar oder an alle richten, z.B. das Übereinstimmungsspiel (z.B. Wer schnarcht lauter - er oder sie?), das Erkennen der Braut an ihren Knien (der Bräutigam hat dabei verbundene Augen), Reise nach Jerusalem, Hindernisbahn mit einem Tretroller, Mitbringen von durch die Band ausgesuchten Gegenständen und vieles mehr.

Das Spektrum der Spiele ist breit und hängt sowohl von der Band ab, als auch vom Niveau des Publikums.

Meiner Beobachtung nach kann ich nur sagen, dass es auch obszöne Spiele gibt, die vor allem bei „rustikalen“ Hochzeitsgesellschaften auf dem Lande beliebt sind (wie z.B. Luftballon aufblasen und ihn danach in einer Art von sehr direktem Körperkontakt zwischen Mann und Frau platzen lassen).







Quellen: szafa.pl, garnek.pl, organizacjawesel.pl, basiabulanda.com, voice-band.pl, dj-na-wesele.pl, record.kgb.pl

Es gibt kein offizielles Ende der Hochzeitsfeier, das in Deutschland oft mit einem letzten Tanz gesetzt wird. Man geht nach Hause (oder in sein Zimmer), wenn man muss oder müde ist.



Fot. Polschland


Am nächsten Tag gibt es eine Nachfeier (poprawiny), zu der in der Regel nur ein Teil der Gäste eingeladen wird. Man isst die Reste und feiert in lockerer Atmosphäre weiter (von ca. 13.00 bis 18.00 Uhr).

Dies bedeutet jedoch nicht, dass man auf festliche Kleiderordnung verzichtet! Frauen tragen z.B. bunte, luftige Kleider, Männer erscheinen leger, in Anzughose und Hemd, aber ohne Krawatte etc. Kurze Hose oder Flip-Flops sind ein No-go, daran sollten die deutschen Gäste unbedingt denken.

Zu guter Letzt bekommt man Päckchen mit Kuchen und Fleisch, das noch nicht verspeist wurde und fährt mit der Hoffnung nach Hause, dass es bald die nächste Hochzeit gibt! ;)


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Kommentare:

  1. Hallo liebe Schreiberin,
    deine Erklärungen zu einer polnischen Hochzeit treffen voll und ganz zu. Ich war etztes Jahr auf meiner ersten polnischen Hochzeit und wurde von meinem Freund der ca 10 Jahre vorher schon einmal auf einer polnischen Hochzeit war informiert. Ich fand die Hochzeit einfach nur klasse umd hatte sehr viel Spaß. Wenn wir mal heiraten dann sind wir am Überlegen ob wir sogar die gleiche Band nehmen soll.
    Auf jeden Fall ist deine Beschreibung einfach klasse.
    Beste Grüße
    IV

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  2. Hallo :-)
    Ich bin in einem Monat auf einer polnischen Hochzeit (Cousin meiner Partnerin) eingeladen. Da der Deutsche ja der Korrektheit stets verpflichtet ist ;-) wollte ich mir im web einfach ein Paar Informationen darüber aneignen, was mich denn so erwartet.
    War vor dieser Seite auf einigen "Informationspotalen" und bin dann zufällig auf diesen Bericht gestoßen.
    Weltklasse! Also dein Artikel ist an liebevoller Informationsfülle eine echte Bereicherung und wahre Freude zu lesen. Ehrlich. Viel Mühe, die meine volle Wertschätzung verdient.
    Danke für die tolle Stunde, die ich hier amüsiert verbringen durfte. Jetzt freue ich mich total auf dieses Fest. HEHEHE

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